Berufe bei Gericht: Justizwachtmeister(in) | Oberlandesgericht Braunschweig
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Berufe bei Gericht: Justizwachtmeister(in)

Sie möchten Beamtin oder Beamter des einfachen Justizdienstes werden?

Allgemeines
Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister sind als Beamtinnen und Beamte (Laufbahngruppe 1, erstes Einstiegsamt der Fachrichtung Justiz) bei den Amtsgerichten, Landgerichten, Oberlandesgerichten, Verwaltungsgerichten, dem Oberverwaltungsgericht, den Sozialgerichten, dem Landessozialgericht und den Staatsanwaltschaften tätig. Ihre Tätigkeit ist vielseitig und verantwortungsvoll.

Aufgaben
Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister gewährleisten bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften die Sicherheit und Ordnung und erteilen Auskünfte. Weiterhin sind sie für den reibungslosen Postein- und ausgang, die Vorführung und Beaufsichtigung von Gefangenen sowie den Transport von Akten eigenverantwortlich zuständig, Sie werden außerdem als Fahrer bzw. Fahrerin von Dienstkraftwagen und je nach handwerklicher Vorbildung im Hausmeisterdienst eingesetzt. Darüber hinaus verwalten Sie die Asservatenstelle bei den Staatsanwaltschaften.

Diese Aufzählung der Aufgaben ist nicht vollständig. Sie macht aber deutlich, dass neben den vielseitigen Fachkenntnissen auch Kooperations-und Kommunikationsbereitschaft, Sorgfalt und - wegen des steten Umgangs mit dem Publikum - ein gutes Einfühlungsvermögen erforderlich ist.

Ausbildung
Zur Ausbildung kann zugelassen werden, wer

  • eine Hauptschule erfolgreich besucht hat oder
  • einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand nachweist,
  • die für den Wachtmeisterdienst erforderliche körperliche Eignung bzw. als Schwerbehinderter das erforderliche Mindestmaß an körperliche Eignung aufweist und
  • das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Hinsichtlich des Lebensalters gibt es Ausnahmen.
In der Regel werden nur solche Bewerber zugelassen, die mindestens 5 Monate vorher als Justizhelfer (Arbeiter im Lohnverhältnis) tätig waren.

Die Ausbildung dauert sechs Monate und gliedert sich in zwei Abschnitte:
  • Im ersten fünfmonatigen Abschnitt werden die Justizwachtmeisteranwärterinnen und -anwärter bei der Einstellungsbehörde am Arbeitsplatz in die Aufgaben des einfachen Justizdienstes eingeführt.
  • Im zweiten Abschnitt werden weitere Kenntnisse im Rahmen eines einmonatigen Lehrgangs vermittelt, der in der Regel im Februar in der Jugendanstalt Hameln-Tündern stattfindet. Gegen Ende des Lehrgangs sind zum Nachweis der erforderlichen Kenntnisse drei schriftliche Aufsichtsarbeiten zu fertigen.
Die vorherige Beschäftigung als Justizhelferin bzw. Justizhelfer kann gem. § 21 Abs. 1 Niedersächsischer Laufbahnverordnung bis zu fünf Monate auf die Dauer des Vorbereitungsdienstes angerechnet werden. Daher werden die Bewerberinnen und Bewerber üblicherweise für mindestens fünf Monate zunächst als Justizhelferinnen und Justizhelfer (im Beschäftigungsverhältnis nach dem TV-L in der jeweils geltenden Fassung) beschäftigt. Danach schließt sich der zweite Abschnitt an, an dessen Ende die Feststellung über die Befähigung für die Laufbahn des Justizwachtmeisterdienstes steht.

Laufbahn und Besoldung
Nach erfolgreichem Vorbereitungsdienst wird die Anwärterin oder der Anwärter zur Justizhauptwachtmeisterin oder zum Justizhauptwachtmeister ernannt.

Die Probezeit dauert mindestens 6 Monate. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss erfolgt die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit.

Die Höhe der Besoldung ist im Niedersächsischen Besoldungsgesetz festgelegt. Zur Laufbahn gehören die Besoldungsgruppen A 5 bis A 6.

In einigen Fällen ist ein prüfungsfreier Aufstieg bis zur Besoldungsgruppe A 8 möglich.

Ihre Bewerbung
sollte an das Amtsgericht, Verwaltungs- oder Sozialgericht bzw. die Staatsanwaltschaft gerichtet werden, bei dem die Einstellung erfolgen soll. Der Bewerbung sollen folgende Unterlagen beigefügt werden:

  • ein Lebenslauf (tabellarisch),
  • das letzte Schulzeugnis (Ablichtung) oder
  • Nachweis über einen gleichwertigen Bildungsstand (Ablichtung),
  • ggf. Zeugnisse über Beschäftigungen seit der Schulentlassung und
  • über eine abgeschlossene Berufsausbildung (Ablichtungen).
Sollten noch Fragen offen geblieben sein, rufen Sie bitte bei dem Ihrem Wohnsitz nächstgelegenen Amtsgericht, Verwaltungs- oder Sozialgericht bzw. Staatsanwaltschaft an.

Justizwachtmeister des Oberlandesgerichts Braunschweig

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